CentraXX im vom Land NRW geförderten Netzwerk zur Bekämpfung der Sepsis

Im Rahmen des Leitmarktwettbewerbes „LifeSciences.NRW“ unter der Federführung der „LeitmarktAgentur.NRW“ hat das Konsortium um das Projekt „SepsisDataNet.NRW – Digitalisierte Mustererkennung für die personalisierte Behandlung von Sepsis-Patienten“ vom Projektträger den Zuwendungsbescheid erhalten. Neben dem Konsortialführer des Kooperationsprojektes, dem Knappschaftskrankenhaus Bochum des Universitätsklinikum Bochum an der Ruhr-Universität Bochum, gehören zwei Forschungseinrichtungen der Ruhr-Universität Bochum und fünf weitere Kliniken aus NRW dem Konsortium an. Industrieseitig bringen die AYOXXA Biosystems GmbH, Köln und die KAIROS GmbH, Bochum ihre Expertise ein.

Die LeitmarktAgentur.NRW führt die Leitmarktwettbewerbe im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen durch. Die Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgen unter dem Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020: „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“.

An der zweiten Einreichungsrunde des Leitmarktwettbewerbes LifeSciences.NRW hatten 51 Wettbewerbsbeiträge teilgenommen, von denen 9 die Gutachterinnen und Gutachter im Rahmen einer Gutachtersitzung so beindruckten, dass sie zur Förderung vorgeschlagen wurden – darunter „SepsisDataNet.NRW – Digitalisierte Mustererkennung für die personalisierte Behandlung von Sepsis-Patienten“.

 

Sepsis – Todesursache Nr. 3 in Deutschland

Mit 165 Todesfällen täglich ist die Sepsis hinter dem Herzinfarkt die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Vor dem Hintergrund einer mit 30 – 50% sehr hohen Letalität bei Patienten mit einer schweren Sepsis, ist das Projektziel – aufbauend auf die Vernetzung der beteiligten Kliniken –  die Entwicklung eines Sepsis-Bioassay-Prototyps und eines Decision Support Systems.  Dies bildet die Grundlage für eine individualisierte, an den Immunstatus angepasste Therapie, wodurch die Anzahl der Todesfälle signifikant verringert werden soll.  Biomarker oder klinische Testverfahren, die das immunologische Syndrom der Sepsis gut charakterisieren, existieren bisher noch nicht.

 

Die 5 Schritte auf dem Weg zum Projektziel – die verbesserte Diagnose der Sepsis

  1. Datenerhebung im Sinne klinischer und molekularbiologischer Big Data von 1000 Patienten mit schwerer Sepsis durch Digitalisierung und Vernetzung von Universitätskliniken in NRW und Einbinden von Experten aus dem Bereich der   Immunologie, Bioinformatik und Intensivmedizin
  1. Aufbau einer Biomaterialbank als Basis für die im Projekt und darüber hinaus durchgeführten Analysen
  1. Zusammenarbeit von verschiedensten Experten in NRW, die auf Basis erstellter Bio- markermuster das Immunsystem zu unterschiedlichen Zeitpunkten einer Sepsis charakterisieren
  1. Bioinformatische Bündelung der klinischen Daten und den parallel erhobenen Daten zur immunologischen Musteranalyse
  1. Die Aufbereitung dieser Daten zum einen für die AYYOXA GmbH zur Entwicklung eines   Sepsis-Bioassay-Prototyps, welcher alleine auf Basis der Konzentrationen löslicher Biomarker einen Score ausgibt, der Aussagen zum Immunstatus und zur Prognose des Patienten liefert und zum anderen die Entwicklung eines Decision Support Moduls durch die KAIROS GmbH, welches durch Klassifikationsmodelle nicht nur die Sensitivität und die Spezifität des neu entwickelten Sepsis-Bioassays erhöht, sondern auch Ärztinnen und Ärzte bei personalisierten Therapieentscheidungen unterstützt

Die KAIROS GmbH wird in diesem Projekt ihre Erfahrungen aus über 10 Jahren Entwicklung von IT-Systemlösungen für das Gesundheitswesen einbringen. Im Projekt hat die KAIROS zwei wesentliche Aufgaben. Zum einen die Etablierung des Datenbanksystems, bzw. die Standardisierung der Informationen, zum anderen die Integration der benötigten Daten.

Hierfür implementiert KAIROS die innerhalb von CentraXX erforderlichen Schnittstellen zu zahlreichen Systemen, sowie zur Kommunikation mit der zentralen Instanz. Zudem ist KAIROS federführend an der Entwicklung des Meta Data Repository beteiligt und auch für die Integration, die Überwachung, das Testen und gegebenenfalls das Anpassen aller Komponenten verantwortlich. Schließlich entwickelt KAIROS auch das Decission Support-Modul, das die datengestützten Informationen liefert, die wiederum Arzt und Patient für ihre Entscheidungsfindung im Rahmen eines Decision Support-Prozesses benötigen.

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