Biobanking braucht intelligente Steuerung
Richtung: Personalisierte Medizin

Noch bleibt die Probendokumentation häufig eine Momentaufnahme, die sich allein auf den Zeitpunkt der Entnahme konzentriert. Unser Forschungsportal stellt dagegen alle relevanten Daten kontinuierlich bereit und verknüpft sie im Verlauf sinnvoll und übersichtlich. Weitere, tiefergehende Rückschlüsse werden möglich.

CentraXX übernimmt also nicht nur die strukturierte Abspeicherung und Verwaltung aller Daten zu Gewebeproben, sondern stellt auch den inhaltlichen Zusammenhang zwischen den Proben und vorhandenen Patientendaten her. Informationen aus anderen Forschungsvorhaben können ebenfalls eingespielt werden. So entsteht aus den Daten ein multidimensionales Bild; aus einer Momentaufnahme wird eine longitudinale Dokumentation, in der hochkomplexe Daten verwaltet und Sachzusammenhänge erschlossen werden.

Ein pseudonymisierter Zugriff ermöglicht darüber hinaus die Aufnahme von organisatorischen Informationen und konkreten Befunden im Sinne des Daten- und Patientenschutzes. Das Modul Biobanking setzt sich dabei aus allen Funktionalitäten zusammen, welche für die Probenhistorie notwendig sind. So startet der Prozess nicht erst bei der eigentlichen Labortätigkeit, sondern schon zum Zeitpunkt der Patientenaufnahme. Hier eröffnet CentraXX dem Nutzer unter Wahrung des Datenschutzes wichtige Werkzeuge wie das Informed Consent Management und weitergehende Krankheitsinformationen.

Phase I: Probengewinnung

Zu Beginn stehen die Identifikation und die Einwilligung der Probanden oder Patienten. Hier hilft CentraXX mit einem umfänglichen Recherchemechanismus und macht die Hinterlegung von Einwilligungserklärungen sehr leicht. Ein besonderer Vorteil liegt auch in der Integration digitaler Signaturen oder Digital Pen Lösungen. So ist die Einwilligung des Probenden/Patienten jederzeit für die berechtigten Nutzer einsehbar.

Das Informed Consent (IC) Management soll an dieser Stelle fokussiert werden. Das IC Management ist in der heutigen Zeit eine der entscheidenden Voraussetzungen, um Forschung für den Menschen durchführen zu können. Man benötigt das aufgeklärte Einverständnis des Probanden oder Patienten, um mit den Daten oder Proben eines Patienten oder durch Teilnahme des Patienten an Studien oder Projekten neue Erkenntnisse gewinnen zu können. Diese Erkenntnisse sind schon immer Grundlage von Weiterentwicklungen oder Entdeckungen der Medizin gewesen und werden dabei unterstützen, das Ziel personalisierte Medizin durch intelligente Datenintegration zu realisieren. Auf die konkludente Einwilligung darf man dabei nicht mehr vertrauen. Es geht um Aufklärung bis hin zu einem partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Proband und probenentnehmender Einrichtung, um eine langfristige Nutzung des Materials und der Daten zu gewährleisten.

Phase II: Innitiale Asservierung

Einmal gewonnenes Biomaterial muss nach Mindeststandards wie SPREC eingelagert werden. Hier hilft CentraXX mit den entsprechenden Katalogwerken und einem integrierten Workflow Engine-basierten Steuerungswerkzeug. So werden die SOPs nicht nur als Blaupausen angezeigt, sondern das System richtet sich nach den individuellen Abläufen der Einrichtung. Dies geschieht jederzeit transparent in der Darstellung und den daraus abgeleiteten Aufgabenlisten.

Phase III: Vervielfältigung

Eine moderne Biobank muss für den Hochdurchsatz gerüstet sein. Daher geht es nicht allein um die Dokumentation einzelner Proben, sondern ganzer Probenpakete. Dafür können Barcode Scanner der neuesten Generation eingebunden werden. Auch die Aliquotierautomaten können via Online-Schnittstelle mit CentraXX verbunden werden.

Phase IV: Prozessieren

Die Veränderung des Ausgangsbiomaterials wird durch CentraXX begleitet und je nach Geräten automatisiert dokumentiert. Insbesondere der Rücklauf der Ergebnisse aus verschiedensten Messverfahren läuft über die Messdatenverwaltung wieder zurück in das CentraXX Biobanksystem.

Phase V: Reporting

Das integrierte Reporting-Werkzeug ermöglicht alle wesentlichen Ad-hoc Abfragen und pflegt selbständig Inventarlisten. So können Sie für Ihre Partner jederzeit „Kontoauszüge“ abrufen und weitergeben. Des Weiteren ermöglicht CentraXX Partnern, wie im Online-Banking, Zugang zum Reporting Tool. Interessant sind die Analysen einer Biobank unter statistischen Gesichtspunkten. Hier kann CentraXX entsprechende Vorlagen für gängige Statistikprogramms liefern, aber auch ein Standardexport via CSV ist eingerichtet.

Phase VI: Herausgabe

Hier begegnen wir einer der größten Herausforderungen im modernen Biobanking. So ist eine Biobank nur wissensgewinnend ausgerichtet, wenn auch Proben der Forschung zur Verfügung gestellt werden können. So unterstützt CentraXX zunächst die Akkreditierung der Forscher durch einen Workflow. Erst akkreditierte Forscher können im System suchen und damit finden. Sobald ein Forscher eine für ihn interessante Probe gefunden hat, kann er einen Reservierungsantrag stellen. Die Suche und Reservierung kann er in einem für ihn zugeschnittenen Self Service Portal vornehmen. Er muss sich nicht erst an eine Biobank Hotline wenden, sondern kann selbst aktiv werden. Die so vorgenommene Suche mit dem entsprechenden Reservierungswunsch wird dem Board oder direkt dem Probenverwalter der Materialien zur Verfügung gestellt. Mit einer positiven Herausgabeentscheidung durch den Proben- und Daten-Owner wird die Probe für den Versand vorbereitet. Dabei kann sich der Forscher jederzeit am Portal anmelden und via Ticket jederzeit nach dem Status seines Auftrages informieren. Denkbar ist nun, dass auch wieder der Forscher Daten in die Biobank zurückgibt, was er mit der Probe gemacht hat oder welche wichtigen Ergebnisse er gefunden hat. Klar, nur soweit er dies ohne Offenlegung seiner Forschung bereit ist oder wie es der Proband bzw. Patient wünscht. Interessant ist aber jederzeit die Information, ob Material von einer Probe bei dem Forscher noch vorhanden ist. Dies kann dann im Rahmen einer dezentralen Lagerstruktur auch durch CentraXX verwaltet werden.